Erziehungsanstalt Eggenburg

1881
Der Landtag beschäftigt sich mit der Frage der Errichtung einer Zwangsarbeitsanstalt für 600-1000 Zwänglinge. Die Veranlassung hiezu boten die immer zahlreicher auftretenden Klagen der Gemeinden über die Zunahme des Vagabundenwesens. Die Wiener Vororte und 23 Gemeinden des Flachlandes hatten an den Landtag eine Petition gerichtet, worin energisch um Schaffung von Einrichtungen gegen das Vagabundentum gebeten wird.


1887
Um die Erziehung verwahrloster Kinder intensiver zu gestalten und eine größere Anzahl der selben als nützliche Mitglieder der Gesellschaft zuzuführen, hat der hohe niederösterreichische Landtag über Anregung des gewesenen Landesasschusses Herrn Josef Schöffel am 19.Jänner 1887 die Errichtung einer Besserungsanstalt für je 200 Knaben und Mädchen im Alter von 8 bis 14 Jahren auf dem von der Stadtgemeinde Eggenburg laut ihres Sitzungsbeschlusses vom 23.Mai 1886 dem Lande Niederösterreich unentgeltlich und lastenfrei überlassenen Grundkomplexe, genannt Klaftergrund, beschlossen. Noch im Jahre 1887 wurde die im Kasernenstile erbaute Besserungsanstalt, die ursprünglich ein zwei Stock hohes Hauptgebäude, eine Kapelle, ein Spital, ein kleines Wirtschaftsgebäude und ein Badehäußchen umfaßte, fertiggestellt und am 4 Feb. 1888 feierlich eröffnet.

1901
Ein zweites Hauptgebäude wird errichtet, um die getrennte Unterbringung von Knaben und Mädchen zu ermöglichen.

1905
wird das Landtäfliche Gut Eggenburg samt Schloss angekauft, jetzt finden auch weibliche Jugendliche zw. 14 und 18 Jahren im Heim Unterbringung.
Für die Unterbringung männlicher Jugendlicher im gleichen Alter werden 5 neue Gebäude im Pavillonstil errichtet und das alte Krankenhaus der Stadt Wien abgekauft.
Zöglingsstand gesamt: cirka 1200

1914
Die im Heim eingerichtete Fortbildungsschule wird wegen Lehrer und Kohlemangel im 1. Weltkrieg gesperrt.

1917 
sterben im Heim 53 Zöglinge an Unterversorgung.
Es fehlen die Mittel um die Zöglinge ausreichend zu versorgen



1919















































1924
Direktor Heeger leitet ab diesen Jahr die Erziehunganstalt

1932
Erziehungsanstalt der Stadt Wien in Eggenburg

Heimmutter: Fürsorgerin Jäger Marie

Privat-Volks-Sonderschule

Lehrkörper:

Hoeger Johnn
Bakalar Ladislaus
Bauer Leopold
Graf Franz
Hermann Karl
Knell Anton
Kornus Karl
Krebs Heinrich
Kretschmar Ludwig
Plank Lorenz
Schneider Franz
Wendlinger (Pohl) Berta

Erzieher:

Altmann (Raab) Hermine
Altmann Walter
Amman Friedrich
Cacek Alois
Drab Karl
Flener Josef
Frühling Anton
Haselberger Franz
Heinrich Rudolf
Holl Ottokar
Horacek Karl
Kauba Ernst
Klimt Karl
Koch Eugen
König Leopold
Kornhofer Andreas
Kral Karl
Loicht Johann
Machac Karl
Nedoma (Wohlmut) Helene
Nedoma Karl
Plank (Jani) Karoline
Poklop Leopold
Polzhofer Franz
Schicker Franz
Schober Friedrich
Staud Johann
Steiner Heinrich
Stolz Anton
Truszack Josef
Ulrich Adolf
Weber Johann
Welei Josef
Werian Richard
Wilfonseder Anton
Wondra Johann
Zeleny Werner

1939






































1942





































1947-49

Alois Jalkotzy baut das Heim nach dem 2. Weltkrieg wieder auf. Den Erziehern gegenüber sah er sich zu Zugeständnissen gezwungen und belässt die mittlerweile von Jalkotzy geschätzten Isolierzellen mit der Bemerkung: In einen gewissen Sinne hilft die Zelle dem Erzieher, die eigene Selbstbeherrschung zu behaupten.
Ein Heimgericht wird eingerichtet das folgende Strafen verteilte:
Streichung des Taschengeldes
Ausgangs und Urlaubsverbot
Rückverweisung in die Anfangsgruppe
Isolierung in der Zelle
Kurzschnitt der Haare
Entzug von Vergünstigungen







1949
Neuer Direktor des Heimes, Karl Buresch.
Nach dem Krieg wurde das Heim als erstes nur für männliche Jugendliche eigerichtet, erst ab 1952 konnten auch Jungen im Grundschulalter eingewiesen werden.

1969 











































































1970


Kurier 9. Juli 1970



























Doppelmord in Eggenburg